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Freitag, 23. September 2016


Buenos Noches aus Santiago de Chile!


Ja, wir sind schon wieder aus der Wüste weg und werden uns noch ein bisschen hier in der Großstadt tummeln (und unseren Nasenschleimhäuten Zeit zur Regeneration lassen!), bevor wir nächste Woche Mittwoch auf die Osterinsel aufbrechen. Da wir doch einiges erlebt haben, werde ich diesen Bericht in zwei Teilen schreiben (ich bin sicher, das wird einige freuen - boah, nicht schon wieder so ein langer Bericht!!).
San Pedro de Atacama ist ein kleines, verschlafenes Nest, das eigentlich (so scheint es) nur aus Touristen, Bars, Restaurants und überteuerten Souvenirläden besteht. Und so kann man auch außer Touren zu den nächstgelegenen Sehenswürdigkeiten kaum was anderes machen außer essen oder shoppen :). Da Ida sich kurzzeitig entschlossen hatte, wieder ein Baby zu werden, das nur aus der Flasche trinkt, hatten wir es einfach - und konnten mal richtig gut essen gehen, ohne immer zu schauen, ob sie auch genug isst :) Wir setzten uns in ein chilenisches Restaurant am zentralen Platz, an dessen Eingangstür ein Barbequegrill steht, auf dem leckere Spieße gegrillt wurden und einen wahnsinnig leckeren Duft verströmten. Ein Spieß mit Pommes für jeden, und ein Fläschchen für Ida. Sehr fein!
Da chilenischer Nationalfeiertag war (18.9.), waren alle ein bisschen verkatert - immerhin wird hier zwischen 5 und 7 Tagen vorher gefeiert, so auch hier. Jeden Abend grillen, laute Musik und jede Menge Alkohol :) Also machten wir es wie die Chilenos und entspannten uns ein bisschen. Wir wollten gerne den Pool im Hotel ausprobieren, doch der war sogar mir zu kalt, so musste ich Ida vertrösten (fand sie nicht so lustig). Duschen fand sie dann auch gar nicht gut, Wutgeschrei und Tränen.
Wir hatten beim Frühstück mit einem chilenischen Paar mit zwei kleinen Kindern gesprochen, die uns rieten, ein Auto zu mieten, da die öffentlichen Touren eher nichts für kleine Kinder sind. Also besuchten wir noch mal das Dorf, um zu Europcar zu gehen - naja, Feiertag, alles zu und erst am 20.9. wieder besetzt. Im Internet war auch nichts mehr zu haben. So ein Mist! Was tun? Wir sitzen im Hotel fest, obwohl um uns herum eine der interessantesten Landschaften überhaupt wartet! Also doch eine Tour buchen? Am nächsten Tag (19.9.) fragten wir uns durch die Tourbüros - was kann man mit Baby machen? Eine allgemeine Tour oder doch lieber eine private Tour? Der Preis überzeugte uns dann, keine private Touren zu machen (zwischen 100 und 300 $ für nur eine Sehenswürdigkeit). Und mit Ida in einem vollgestopften Bus? Wo man nicht planen kann wegen schlafen und essen? Naja. Wir bekamen den Hinweis, dass man auch noch an anderer Stelle ein Auto mieten könne - und siehe da, uns wurde gesagt, dass wir morgen eins haben können - wir müssen nur um 19 Uhr nochmal wiederkommen. Super! Alles klar, wenigstens für 2 Tage ein Auto. Nach dem Mittagsschlaf (den hatten wir alle drei nötig :), machten wir uns wieder auf den Weg, was zu essen. Wir landeten in einem chilenischen Familienrestaurant. Die Bedienung war von Ida total begeistert und sie auch von ihr - so ging sie klaglos mit und ließ sich an der Hand durch das komplette Restaurant leiten. Wir bekamen sogar richtige Komplimente: Idas Gesicht würde sich doch gut auf Babyprodukten machen :) So sahen wir sie auch erst mal nicht wieder... Auch fand gerade eine Geburtstagsfeier statt. Was wir nicht ahnten, war, dass eine Band, samt Trompeten- und Gitarrenspielern kommen würde, um dem Geburtstagskind ein Ständchen zu bringen und dass fast jeder der Gäste was sagen wollte. Ida war immer noch auf dem Arm der Bedienung, so brachte sie sie zurück zu mir. Doch Pustekuchen - Ida wollte lieber wieder mitgehen, was ein großes Lächeln auf das Gesicht der Bedienung zauberte :) Sie tanzten zusammen und Ida wedelte fröhlich mit den Armen. Endlich mal die volle Aufmerksamkeit!! Um sieben waren wir dann am Autoverleih - keiner in Sicht. Nach 15 Minuten Warten machten wir uns auf den Rückweg - es hatte sich ein kleiner Sandsturm zusammengebraut, der immer schlimmer wurde. So sahen wir unsere Chancen auf irgendetwas schwinden und wir fingen schon an, uns mit einer allgemeinen Tour anzufreunden.
Nachts (20.9.) passierten mehrere Dinge - das Fläschchen war nicht richtig zu, so bekam Ida eine Milchdusche und musste umgezogen werden. So war sie um halb fünf wach. Dann - Durchfall. Alles eingesaut, Schlafanzug, Body, alles. Saubermachen (gar nicht so einfach, wenn das Kind nicht auf dem Rücken liegen will) und dann warten, bis fertiggespielt. Das war um sechs :( So mussten wir nach dem Frühstück ins Dorf, da wir waschen mussten! Wir gingen noch mal beim Autovermieter vorbei, um uns zu beschweren und es stellte sich heraus, dass Jan den Kerl falsch verstanden hatte und am falschen Ort gewartet hatte... Jetzt können wir das Auto haben, aber erst morgen (21.9.). Aber immerhin!
Den Rest des Vormittags verbrachten wir damit, zu probieren, Geld zu holen. Gar nicht so einfach, wenn nicht mal der in der Bank weiß, wie das am Automaten funktioniert... Aber am Ende hat es doch noch geklappt :) Die Mittagshitze verbrachten wir in unserem Zimmer und da Ida wieder mal keinerlei Anstalten machte zu schlafen und leicht hyperaktiv wurde, gingen wir ein bisschen spazieren und erkundeten mal die Umgebung. Mit Buggy ist das doch etwas blöd, überall Geröll und Sandverwehungen. Mehr als einmal mussten wir ihn tragen... Es lohnte sich aber, denn wir hatten einen tollen Blick auf das Dorf und den dahinterliegenden Vulkan. Da immer noch kein Schlaf in Sicht war, gingen wir noch einmal in Richtung Stadtmitte, denn langsam hatten wir auch Hunger. Hier kann man leckere Riesen-Empanadas (gefüllte Teigtaschen) essen, was wir auch im Schatten des zentralen Platzes taten. Der Spaziergang in der Sonne hatte Jan und mir nicht so gut getan, genauso wie die turbulente Nacht, deshalb entspannten wir uns nach einer Dusche erst mal...
So, genug für heute! Den nächsten Bericht gibt es morgen, heute war ein anstrengender Tag!
Gute Nacht Euch allen!
Jan, Yvonne und Ida

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