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Samstag, 24. September 2016


Buenos Noches aus Santiago de Chile! (Teil 2)


Hier der versprochene zweite Bericht, der wieder etwas länger ausfallen wird :) Dafür werde ich hier die Bilder in den Text einfügen, damit man auch was zu gucken hat...
Am 21.9. konnten wir das Auto morgens um 9 abholen - ein 4x4 Geländewagen von Hyundai. Richtig viel Platz (auch für Jan) und mit Babysitz. Unsere erste Tour sollte uns zu den Ruinen von Quitor führen, nur 3 km von San Pedro entfernt aber nur über holprige Schotterpisten erreichbar - mit dem Jeep natürlich super zu erreichen :) An dieser alten Handelsstraße siedelten schon Menschen, bevor die Inca an die Macht kamen. Die Ruinen liegen an einem steilen Berg - also Ida in die Trage, Eintritt zahlen und los. Zum Glück ist es morgens noch nicht so heiß und wir konnten einigermaßen schweißfrei den Berg erklimmen.


Anders dagegen der Durst - der staubige, trockene Wind trocknet die Kehle sehr schnell aus. So konnten wir leider nicht mehr ganz auf den Aussichtspunkt klettern, da uns das Wasser ausging... Aber die Ruinen konnten wir trotzdem bewundern. Terrassenförmig liegen sie am Hang, rote Steine gegen den blauen Himmel und im Hintergrund die Vulkane. Einfach fantastisch!


Als die Mittagshitze dann langsam aufkam, machten wir uns auf den Rückweg, um im Hotelzimmer ein bisschen zu entspannen. Das war doch alles ein bisschen zu viel für die kleine Maus gewesen - nach 2 Stunden toben fiel sie 2.5 Stunden ins Koma :) So wurde leider nichts mehr aus einem zweiten Ausflug, den wir auf den nächsten Tag verschoben.
Am nächsten Tag (mittlerweile schon unser letzter Tag in der Wüste!) kamen wir früher los und wollten 50 km in den Süden fahren, in das Flamingo Reservat Chaxa. Nachdem Ida sich in Rage gebrüllt hatte schlief sie irgendwann ein und wir genossen es, einfach die Landschaft zu bewundern - blauer Himmel, Wüste, die Berge. Ab und zu hielten wir an, um Fotos zu machen - auch, als wir eine Herde Lamas am Straßenrand sahen. Völlig bewegungslos standen sie in einer Reihe, das Leittier vorne weg. Vermutlich warteten sie darauf, die Straße überqueren zu können. Sehr witzig.

Die Schnellstraße wich einer Schotterpiste, auf der wir noch 15 km in die Wüste reinfuhren, zur größten Salzwüste der Atacama und Heimat dreier verschiedener Flamingoarten. Hab den Unterschied nicht gesehen :)

Mitten in der Wüste gibt es hier Salzwasserseen, in denen kleine Krebse leben, von denen sich Flamingos und andere Wasservögel ernähren. Einfach nur skurril mitten in der Wüste Möwen zu sehen! Die Salzwüste ist eigentlich ein Geröllfeld, das von einer weißen Salzkruste überzogen ist - so weit das Auge reicht. Sieht ein bisschen aus wie Schnee :)

Ida war von den Flamingos so begeistert, dass sie die ganze Zeit auf sie zeigte und quietschte. Auch die anderen Vögel gefielen ihr gut und so konnten wir die Zeit ein bisschen genießen.

Bis sie nicht mehr in der Trage sitzen wollte... Nach ein bisschen laufen am Auto war sie bereit, sich in den Kindersitz zu setzen. Aber leider nur 5 km, dann fiel ihr ein, dass sie Hunger hat und wir mussten mitten im Nirgendwo ein Fläschchen machen (Madame aß nämlich immer noch nichts festes...).

Danach war wieder Ruhe und wir fuhren ein bisschen durch das Hinterland und genossen die Umgebung.

Leider war diese Ruhe nicht von Dauer und wir mussten im Hotel einen Zwischenstopp einlegen, um ein bisschen zu toben.
Als es ein bisschen abgekühlt hatte machten wir uns auf den Weg ins Valle de la Luna, dem Mondtal, das eigentlich genau an die Stadt grenzt. Wir fanden den Eingang nicht und nach 10 km durch Geröll und Schlaglöcher (wir kamen sogar an einem Minenfeld vorbei...) kamen wir an eine Absperrung. Also umdrehen, alles zurückfahren und von der anderen Seite ranfahren.

Wir haben den Eingang dann trotzdem noch gefunden und uns mit den vielen Tourbussen auf den Weg ins Tal gemacht. Unser erster Halt war an einer Schlucht, durch die man durchmarschieren kann - doch leider wurde sie so eng, dass ich mit Ida im Tucht nicht mehr durchkam (und Jan wegen seiner Größe :).

So drehten wir um und fuhren weiter bergauf, zur großen Sanddüne, wo sich zum Sonnenuntergang alle Touren treffen und man den Sonnenuntergang vor der Bergkulisse sehen kann (wenn man kein kleines Kind dabei hat, das dann schon ins Bett geht...). Leider scheiterte es bei mir daran, dass ich mit Ida in der Trage nicht durch den Sand bergauf waten konnte. War mir einfach zu anstrengend. Ich blieb also am Auto und entertainte Ida, während Jan dem Pilgerstrom die Düne hoch folgte und die grandiose Aussicht auf das Tal und die Berge genoss (und natürlich jede Menge Fotos machte :).

Dann war es auch schon Zeit, das Baby Heim zu bringen, zu füttern, zu duschen und dann mussten wir das Auto noch wegbringen. In San Pedro gibt es nur Einbahnstraßen... Und wir waren hungrig, müde und Ida schrie mal wieder. Da kann man sich die Stimmung vorstellen, vor allem, als wir nach 5 mal verfahren endlich die Tankstelle erreicht hatten, und diese dann geschlossen hatte. So wurde es doch recht spät und wir konnten nicht mehr packen...
Dann der Reisetag - alles einpacken (während Ida am anderen Ende fleißig auspackt), frühstücken und auf den Shuttle warten.

Der ist diesmal leider nur ein kleiner Minibus, in den wir uns mit sechs Brasilianern reinquetschen. Die Jungs, die hinter uns sitzen, spielen mit Ida und wir können uns ein bisschen entspannen. Am Flughafen dann der kleine Schreck - wir fliegen doch schon um eins und nicht erst um drei! Und hier leider kein Vorteil mit Kinderwagen :( Aber es klappte alles, wir waren pünktlich am Gate und Ida spielte noch mit zwei kleinen Mädchen; bis beide auf einmal Ida anfassen wollten und diese daraufhin anfing zu schreien wie am Spieß :)

Der Flug war ok, Ida war nur sehr müde, da sie fast nicht geschlafen hatte und so quengelte sie viel. Am Airport in Santiago wurden wir dann auch gleich von der Taximafia kassiert, die uns in ein Taxi ohne Taximeter setzten und ein gruseliger Typ fuhr uns zu unserem Hotel (das witzigerweise im gleichen Gebäude liegt, wie das letzte). Dort sagte man uns, dass wir noch zehn Minuten warten müssten, denn das Büro sei nicht besetzt (hierzu muss man wissen, dass dieses Gebäude aus vier Türmen mit jeweils 20 Stockwerken besteht. Auf jedem Stockwerk gibt es ca. 15 Zimmer. Viele Privatleute haben hier Apartments gekauft und vermieten sie an Touristen). Nach 20 Minuten immer noch nichts. Mittlerweile war es schon 17 Uhr, Ida war so müde, dass sie schon hyperaktiv wurde und ich hatte keine Geduld mehr. Da kam dann endlich ein total abgehetzter Typ an, nassgeschwitzt und bat uns, mitzukommen. Er war doch sehr verpeilt, denn er fand sein Büro nicht wieder und hatte dann seinen Schlüssel nicht dabei :) Aber wir bekamen unser Zimmer dann doch noch, konnte Ida ins Bett bringen und uns endlich ein bisschen entspannen bei selbstgekochtem Essen und einem Gläschen Wein.
Heute machten wir mal das, was wir zu Hause auch tun würden - vormittags entspannen (spazieren gehen, Wäsche waschen und spielen) und nachmittags besuchten wir einen Spielplatz in dem benachbarten Park.

Hier liegen die Familien einfach unter den Bäumen auf Decken, es gibt ein Programm für Kinder (Go-Kart fahren, Malen und Zaubershow), es gibt Eis und Zuckerwatte und alle entspannen sich. Toll! Ida hatte ihren Spaß und wir genossen die Atmosphäre und beobachteten Horden von Menschen, die alle auf ihr Smartphone starrten. Hier spielen nämlich alle Pokemon-Go :) War sehr seltsam, als wir in den Park kamen und sicher hundert Menschen mit gesenkten Köpfen vor uns stehen sahen. Bis wir dann das Zubehör sahen, dass hier verkauft wird - vom Pokemon Aufkleber bis zum Ersatzakku für das Handy kann man alles bekommen. Da war uns dann klar, was alle hier machen :) Scheint ein riesiger Event zu sein und sogar ganze Familien ziehen gemeinsam los. Immerhin sitzen sie nicht in ihrer Wohnung! Was ich auch ganz toll fand: hier gibt es fest installierte Hundehütten für die Straßenhunde mit Decken und schön bemalt. Klasse!


Jetzt genießen wir noch ein bisschen den Abend und hier mache ich auch Schluss :)
Viele Grüße,
Jan, Yvonne und Ida

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