Wieder in Santiago Teil 2
Die Nacht war ganz schön kalt gewesen, doch wir drei kuschelten uns eng zusammen und blieben noch bis um neun liegen - dann kam Sophie dazu und Ida wollte nur noch spielen :) Da wir nichts zu frühstücken hatten, wollten wir was essen gehen, doch irgendwie hatte nichts geöffnet und wir besorgten uns im Supermarkt Brötchen und Aufschnitt und die Männer schmierten diese vor dem Laden :) Wir wollten nämlich in den Süden fahren, nach Dalcahue, wo es einen schönen Handarbeitsmarkt gibt. Hier schauten wir uns ein bisschen um und bewunderten die handgemachten Sachen (natürlich shoppten wir auch ein bisschen, unter anderem eine grüne Meerjungfrau für Ida :).
Nach einem Kaffee und "Kuchen" (ja, hier heißt das auch Kuchen, sehr witzig!) in einem urgemütlichen Cafe ging es weiter zu einem Wasserfall - den man über eine unglaublich schlechte Straße erreichen kann. In Deutschland würde man es wohl Feldweg nennen...
Aber hier wird gerade eine neue Straße geteert und deshalb muss auf auf diesem matschigen Untergrund fahren und bei jeder Steigung schwitzen, weil man nicht weiß, ob das Auto auch hoch kommt :). Aber wir schafften es immer und fanden den Wasserfall auch. Auf einem kleinen Weg kommt man zu einem Aussichtspunkt, man kann aber auch direkt zum Wasserfall hinuntergehen. Sehr schön hier!
Es wurde langsam spät und wir hatten hunger. In einem weiteren Dorf am Meer, Quemchi, machten wir Halt und setzten uns in das, wahrscheinlich einzige, Restaurant, das geöffnet hatte, mit Blick auf das Meer. Hier gab es Fisch und Empanadas (an beidem hatte ich mich schon sattgegessen) und Curanto (ein Eintopf aus Meeresfrüchten und Fleisch). So bestellten Jan und ich beide diesen Eintopf, doch die Portion war riesig und ich schaffte es leider nicht ganz.
Ida war super müde und so machten wir uns auf den Rückweg. Zum Glück hatte jemand in der Hütte geheizt und anstatt der 12°C von gestern wurden ganze 16°C erreicht :) Die Kinder schliefen schnell ein und wir konnten uns noch ein Gläschen Rotwein genehmigen.
Am nächsten Tag wurde schon wieder alles eingepackt, doch bevor die Reise zurückgehen sollte, wollten wir noch bei den Pinguinen vorbeischauen, die man hier an vielen Stellen beobachten kann. Wir folgten der Beschilderung, doch plötzlich standen wir am Strand, ein Wasserlauf vor unserer Nase. Was tun? Ein Jeep kam uns entgegen und half uns durch - ein Schlepper von einem Touranbieter natürlich! Er lotste uns zu seinem Büro und somit hatten wir eine Tour gekauft... Da Ida und Emilie noch zu klein für so eine Tour waren, blieben Alejandro und ich an Land und tranken einen Kaffee in dem dazugehörenden Restaurant, und Jan, Anne und Sophie machten die Tour und schauten sich die 6 Pinguine an, die hier gerade rumturnen (die meisten sieht man wohl im Januar/Februar).
War aber trotzdem schön, denn alle waren begeistert :) Hier aßen wir auch noch eine Kleinigkeit und machten uns dann auf den Rückweg. Ida schlief ganze 2,5 Stunden, so hatten wir unsere Ruhe :)
Die Fähre brachte uns zurück und hinter Puerto Montt kam sogar die Sonne raus. So beschlossen wir, noch ein Päuschen am Lago Llanquihue einzulegen, in der Stadt Frutillar, die 1856 von deutschen Auswanderern gegründet wurde. Und so sieht es hier auch aus :) Überall deutsche Beschilderung und sogar ein Haus, das aussieht wie eine Kuckucksuhr.
Der See sah in der Sonne toll aus (obwohl man die drei Vulkane leider nicht sah) und wir beschlossen, die Kinder noch auf dem Spielplatz toben zu lassen und hier zu Abend zu essen. Hier trafen wir eine Familie aus Bern, die mit ihren zwei Kindern um die Welt reist und wohl auch schon länger keinen zum Reden hatten. Jedenfalls quatschten wir sicher eine Stunde :)
So waren wir auch erst recht spät in Valdivia und ich legte mich gleich mit Ida ins Bett :)
Die letzten zwei Tage in Valdivia waren sehr entspannt, da Jan und ich uns beide erkältet hatten. So wurde viel geschlafen, gechillt und spazieren gegangen. In die Brauerei haben wir es leider nicht mehr geschafft, denn gestern war sie wegen einer Veranstaltung geschlossen. Dafür gab es als Abschiedsessen selbstgemachte Käsespätzle :) Und dann sollte es auch schon losgehen; unser Bus sollte um 20:56 Uhr fahren und wir hatten ein Taxi auf 20 nach acht bestellt. Alejandro fuhr wegen einem Termin auch nach Santiago, so konnten wir alle zusammen losfahren. Kurz nachdem wir losgefahren waren ging nichts mehr. Die schon erwähnte einzige Brücke in der Stadt war wegen einer Demo dicht und die Autos stauten sich ewig. Keine Chance, da durchzukommen! Also zu Fuß! Wir trafen unterwegs Alejandro, mit dem wir im straffen Marsch in Richtung Busbahnhof marschierten (immerhin hatten wir nur noch 20 Minuten Zeit!). So konnten wir uns auch leider nicht mehr von Anne, Sophie und Emilie verabschieden :( Nachdem wir uns durch die Demonstranten gekämpft hatten, ging es im flotten Schritt weiter, was mit einer Erkältung gar nicht angenehm ist! Ich sah den Bus schon davonfahren, doch Alejandro war richtig schnell unterwegs und konnte den Bus noch 10 Minuten aufhalten, bis wir auch da waren. Und kaum saßen wir drin, ging es auch schon los. Puh, so viel Adrenalin. Da kann man noch nicht gut abschalten! Ida schlief zum Glück recht schnell ein und schlief durch bis halb fünf, so konnte ich mich auch ein bisschen erholen. Am Busbahnhof angekommen verabschiedeten wir uns von Alejandro und ein Taxi brachte uns ins Hotel, diesmal allerdings nicht in dem gewohnten Gebäude :) Nachdem wir noch ein bisschen geschlafen hatten, gingen wir Wäsche waschen und ein bisschen raus, das Wetter genießen. Hier scheint die Sonne bei 22°C :) Und natürlich übten wir Laufen mit Ida. Sie kann das jetzt schon fast alleine und wir sind soooo stolz :)
Viele Grüße und bis bald,
Jan, Yvonne und Ida







































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