map


Montag, 3. Oktober 2016

Rapa nui Teil 2

Schon wieder ist ein Teil der Reise fast vorbei und ich kann ihn gar nicht mit euch teilen, da wir keinen Zugang zum Internet haben - schon seit 3 Tagen! Jetzt schreibe ich einfach die Berichte und lade sie schnell hoch, wenn wir mal Zugang haben! Mit den Bildern und der Karte ist das so ne Sache... Damit muss ich euch leider vertrösten, bis wir wieder in Santiago sind (also am Mittwoch).
Da wir uns ein Auto gemietet hatten, konnten wir die Insel auf eigene Faust erkunden und unser Tempo ganz an Ida anpassen. Die ersten Tage starteten wir in Richtung Süden der Insel, an deren kompletten Küste die bekannten Steinstatuen, die Moai, stehen bzw. liegen. Ich war erstaunt zu erfahren, dass eigentlich alle Statuen während Clankriegen umgeschmissen wurden bzw. von Erdbeben und Tsunamis zerstört wurden und nur an bestimmten Stellen auf der Insel wurden sie restauriert. Also sind auch die meisten Fundstellen, die man hier besichtigen kann, umgefallene Statuen (meist mit dem Gesicht nach unten) in unterschiedlichen Stadien des Zerfalls, denn der Regen und der Wind setzen dem Ganzen natürlich sehr zu. Doch alles hier gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und wird schön instand gehalten, bzw. konserviert. Ich möchte euch nicht mit den ganzen Fundstellen langweilen - obwohl ich alles soooo spannend finde :) sondern beschreibe euch ganz allgemein wie sowas aussieht: man fährt mit seinem Auto an der wunderschönen Küste entlang, das tiefblaue Meer auf der rechten Seite, das in hohen Wellen an der steilen Lavagesteinküste bricht.

In der Ferne sieht man schon die Fundstelle, meist eine Erhebung aus Steinen direkt an der Küste, auf der die Maoi mit dem Gesicht nach unten ins Landesinnere liegen (es gibt hier nämlich nur eine Stelle, an der die Statuen auf das Meer schauen, aber dazu später mehr).

Viele hatten Hüte (oder Haarknoten? Da streiten sich die Experten noch) aus rotem Gestein auf, die natürlich überall herumliegen. Da hier alles heiliger Boden ist, darf man nicht so nah an die Statuen ran - das will man aber auch nicht, denn man kann die Zeit hier richtig spüren. Manchmal sieht man aber auch nur noch die Fundamente, auf denen die Statuen mal standen, manchmal kann man diese aber nur erahnen und sieht nur mehrere Schuttberge.
Man stellt sein Auto auf dem Parkplatz neben den großen Tourbussen und den kleinen Souvenirständen ab (oh que linda! wie süß! Mädchen oder Junge? Oh wie goldig! :) und läuft auf den zentralen Platz (Ida oft in der Trage, aber meistens läuft sie jetzt an einer Hand mit, was bei Jan ziemlich lustig aussieht :). Dann kann man nur noch staunen und sich fragen, wie diese riesigen Statuen wohl aufgestellt wurden (und auch, wie die Hüte auf die Köpfe gekommen sind?).

Nach 2 bis 3 Stunden wurde Ida langweilig und quengelig. Dann fuhren wir ins Hotel zurück und sie durfte ein bisschen toben und schlafen. Toben sieht bei ihr so aus: sie übt gerade Steigungen hoch- und runterzugehen. Wir haben hier vor dem Hotelzimmer eine Art Rampe für Rollstuhlfahrer, die sie hoch- und runterkrabbelt, an der Hand läuft, vorwärts und rückwarts und seitwärts. Damit kann sie Stunden zubringen :). An zwei Tagen waren wir nach diesem Schläfchen noch was essen im Dörfchen. Am ersten Tag gab es Dorade mit Tapiokabrei und Papayachutney in einem Lokal mit Meerblick und am zweiten Papas Rapa Nui (Pommes in einer Soße gebratenem Thunfisch). Auf dem Spielplatz mit Meerblick waren wir auch schon :)

Die Tour gestern war ein bisschen länger, wir haben uns den Herstellungsort der Statuen angesehen, am Fuße eines Vulkans im Zentrum der Insel. Man fährt auf den Berg zu und sieht die Statuen schon von Weitem am Hang stehen. Unglaublich toll.

Auf einem kleinen Wanderweg kann man zwischen den Statuen hindurchwandern und kann sogar noch welche im Felsen sehen, die noch nicht fertig bearbeitet waren. Und dann kann man auch noch auf dem Berg klettern und in den Krater hinabschauen.

Ein kleiner See, umgeben von Schilf, viele blühende Bäume, Wildpferde und auf der anderen Seite des Sees Moai. Paradiesisch schön. Hier machten wir ein bisschen länger Rast und Ida durfte wieder bergauf und bergab laufen trainieren :)

Da sie morgens gut geschlafen hatte, besichtigten wir auch unsere erste restaurierte Fundstelle und die letzte hier an der Südküste. 15 Statuen stehen hier mit dem Rücken zum Meer. Wahnsinn. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. So verweilten wir ein bisschen auf dem weitläufigen Gelände und genossen einfach nur die Stimmung. So war es schon recht spät, als wir wieder aufbrachen und wir aßen nur eine Kleinigkeit bei uns im Hotel.

Ida hat auch Gefallen an alten Steinen gefunden - sie nimmt jeden in den Mund, verzieht dann das Gesicht und spuckt ihn wieder aus. Auf den größeren wird rumgekaut :) So kann man auch ein paar Stunden zubringen :)

Und natürlich die Wildpferde und die Kühe, die hier überall wild leben und die wilden Hunde. Die haben es ihr auch angetan. Da wird jedes Mal fröhlich gequietscht und mit dem Fingerchen gezeigt was das Zeug hält.

Und sie bricht nach wie vor alle Herzen. Wenn man irgendwo langgeht hört man immer mal wieder ein "que lindaaaa!!!" und Ida grinst und schäkert ohne Ende :)
Für heute und morgen werde ich einen separaten Bericht schreiben - ist doch wieder etwas länger geworden :)
Viele Grüße aus der Einsamkeit,
Yvonne, Jan und Ida

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen